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Härtefallscheidung: Objektive Sichtweise entscheidend

Nach der Trennung müssen Eheleute normalerweise mindestens ein Jahr warten, bevor ihre Ehe geschieden werden kann. Eine Ausnahme davon ist nur dann möglich, wenn das Festhalten an der Ehe für den antragstellenden Ehegatten unzumutbar ist. Das OLG Karlsruhe (Beschl. v. 9.12.2016 - 5 WF 133/16) hat in diesem Zusammenhang entschieden, dass ein zwischenzeitlicher Versöhnungsversuch eine Härtefallscheidung nicht ausschließe, wenn nach objektiver Beurteilung so schwerwiegende Gründe vorliegen, dass ein Festhalten an der Ehe nicht in Betracht kommt (hier: aggressives Auftraten des Ehemannes gegenüber der Ehefrau nach ihrem Auszug). Wer gegen eine bereits ausgesprochene Härtefallscheidung vorgehen will, muss dem Beschwerdegericht darlegen, dass die Möglichkeit einer Versöhnung und Wiederherstellung der ehelichen Lebensgemeinschaft besteht (OLG Rostock, Beschl. v. 28.12.2016 - 10 UF 166/16).

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