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Scheidungskosten i.d.R. nicht mehr steuerlich absetzbar

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nunmehr endgültig entschieden, dass die Anwalts- und Gerichtskosten eines Scheidungsverfahrens grundsätzlich nicht mehr steuerlich als "außergewöhnliche Belastung" absetzbar sind. Damit hat der BFH seine bisherige Rechtsprechung geändert (Urt v. 18.5.2017 - VI R 9/16). Begründet hat das Gericht dies mit einer Neuregelung des Einkommensteuerrechts im Jahr 2013: der Gesetzgeber habe sich seinerzeit bewusst dagegen entschieden, diese Kosten als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen. Einzige Ausnahme: wenn der Steuerpflichtige ansonsten Gefahr liefe, "seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen zu können", also bei der Bedrohung der wirtschaftlichen Lebensgrundlage. Das sei bei Scheidungskosten "in der Regel" nicht der Fall, und zwar auch dann nicht, wenn das Festhalten an der Ehe für den Steuerpflichtigen eine starke Beeinträchtigung seines Lebensstandards darstelle.

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